Dieter Blasi                     Löhnberg

Grundstückseigentümer, ob nun privat oder öffentlich, sind für die „Verkehrssicherheit“ ihrer Bäume verantwortlich. Im öffentlichen Raum (Strassen, Plätze) werden deshalb schon seit längerer Zeit 1-2mal im Jahr Baumkontrollen durchgeführt. Hierbei sollen vor allem bruchgefährdete Bäume oder Baumteile gefunden, und Maßnahmen zur Sicherung eingeleitet werden. Totholz ab einem Durchmesser von 3 cm muss über Verkehrswegen entfernt werden.


Die „Grundsicherheit“ eines Baumes richtet sich

nach seinem Verhältnis von Höhe zu Stammdurch-

messer, das sogen. H/d Verhältnis. Je kleiner

dieses ist, umso sicherer ist der Baum, auch im

Sturm. Wussten Sie schon: abgestorbene Bäume

sind noch maximal 2 Jahre Standsicher. Danach

stellen Sie ein erhebliches Risiko dar und sollten vorher gefällt werden.


Sollte so ein abgestorbener Baum umstürzen gilt dieser Schaden bei den Versicherern als vorhersehbar und die Haftung wird nicht übernommen und den Schaden muss der Baumbesitzer allein übernehmen!



Schnittarbeiten können das ganze Jahr über durchgeführt werden. Früher wurde fast nur im Herbst und Winter geschnitten, in der modernen Baum- pflege auch in der Vegetationsphase von März bis Oktober, die Reaktion auf den Schnitt ist eine andere als während der Vegetationsruhe. Ein Rückschnitt in der Vegetationsruhe führt bei vielen Baumarten zu einer starken Bildung von „Wasserschossen“ im Frühjar. Walnussbäume werden z.B. am besten im August geschnitten.


Das maximale Volumen des Rückschnittes bei einem Baum richtet sich in der Regel nach der Schnittstellengröße: Je nach Baumart sollten die Schnittstellen nicht größer als 5-10 cm betragen. Sind diese größer, kann an der Schnitt-  stelle schneller eine Holzfäule auftreten als der Baum in der Lage ist die Wunde durch zuwachsen zu verschließen. Geschieht z.B. häufig an Birken bei zu großen Schnittstellen.


Es gibt kein „ausbluten“ der Bäume. Der Saftstrom an Schnittstellen, der entsteht wenn man im Frühjahr Laubbäume schneidet ist mit Nährstoffen angereichertes Wasser aus der Wurzel. Der Baum nimmt durch den Schnitt in der Regel keinen Schaden.

INFO: Alle Schnittmaßnahmen

an Bäumen, bei denen Äste mit

über 10 cm Durchmesser ent-

fernt werden, können als

Starkastschnitt bezeichnet

werden.